Wir können stolz sein...

Einblicke in den

Karl-Hartenstein-Kindergarten

 

von Susanne Jutz

 

Gleich am Tag meines Einzuges in der Burckhardtstraße bekam ich einen Überraschungsbesuch von Haustür zu Haustür. Die Kinder und Erzieherinnen des Karl-Hartenstein-Kindergartens hatten zwei tolle Willkommensplakate für mich gebastelt, sangen ein Ständchen und luden mich zu ihrem Mittagessen ein. Was war doch dieses erste Mittagessen – in meiner Wohnung standen die noch voll bepackten Umzugskisten – für ein wundervoller Ruhepol mitten in einer großen, bunten Kinderschar: Die Jesuskerze, die angezündet wurde, das Tischgebet, das gemeinsame Essenteilen, Sitzen und Reden. Seitdem hat sich nichts daran geändert, dass ich immer wieder selbstverständlich eingebunden bin in das Leben und die Arbeit des Kindergartens.

 

In seiner Sitzung im Juli 2009 hat sich der Kirchengemeinderat mit inhaltlichen, strukturellen und organisatorischen Fragen des Kindergartens beschäftigt. Gab es doch zum einen alle möglichen Meinungen in der Gemeinde dazu zu hören. Andererseits stand die aufgeschobene, aber nicht aufgehobene Innenrenovierung an.

 

Wichtig war es zunächst, sich über die Zuständigkeiten klar zu werden. Es gibt verschiedene verantwortliche Größen für die Kindergartenarbeit, mit denen wir als Kirchengemeinde zu kooperieren haben: Die Evangelische Gesamtkirchengemeinde Bad Cannstatt als Betriebs- und Anstellungsträgerin (wir sind eingebunden in das Angebot verschiedener Kindertagesstätten in diesem Bereich!), die Kindergartenleitung mit dem Erzieherinnenteam, die Abteilung „Jugend und Soziales“ des Kirchenkreises Stuttgart mit seiner Fachberaterin (verantwortlich für die inhaltlichen und konzeptionellen Rahmenvorgaben).

Ein großes Thema war auch, was für Kinder bei uns angemeldet werden bzw. aufgenommen werden. Die Kinder sind zunächst einmal Kinder unseres Einzugsgebietes. Unbestreitbar haben sehr viele dieser Kinder bzw. ihre Familien einen Migrationshintergrund. Einige Klarheit schafft dabei ein Blick in den ersten Abschnitt der Aufnahmekriterien für alle evangelischen Kindertageseinrichtungen in Stuttgart: „Nach den Fördergrundsätzen der Stadt Stuttgart müssen die Kindertagesstätten der freien Träger allgemein zugänglich sein. Nach einem Urteil des Verwaltungsgerichtshofes sind Einrichtungen dann allgemein zugänglich, >wenn sie für alle Kinder offen stehen, die nach Alter und Entwicklungsstand für einen Besuch in Frage kommen. Dies bedeutet, dass Kinder ohne Rücksicht auf Nationalität, Konfession oder Weltanschauung aufgenommen werden müssen.<“

 

Das heißt: Das Aufnahmeverfahren richtet sich nach den vorliegenden Anmeldungen und nach den obersten Aufnahmekriterien, nämlich dem Alter des Kindes und dem Einzugsgebiet. Dass keine „anderen“ Kinder aufgenommen würden, ist eine nicht haltbare Aussage. Von der Kindergartenleitung, die für die Vergabe der Plätze zuständig ist, muss genau nach den vorgegebenen Aufnahmekriterien verfahren werden – und nichts anderes wird getan.

 

Sicherlich spielt bei den Anmeldungen auch eine Rolle, dass die Eltern das Profil unseres Kindergartens – durchaus unseres evangelischen Kindergartens mit seinem speziellen religionspädagogischen Angebot und seiner speziellen Ausrichtung auf die anvertrauten Kinder – und die vorgegebene Betriebsform schätzen müssen. Und natürlich bedingen sich alle genannten Gesichtspunkte gegenseitig. (Der Anmeldetermin im Februar wird übrigens jeweils im Schaukasten und in den Zeitungen veröffentlicht.)

 

Wie auch immer: Meine persönliche Einsicht ist, dass wir als Kirchengemeinde auf die Arbeit, die in unserem Kindergarten getan wird, stolz sein können!

 

Besondere Freude hatte ich an dem Kindergartenanfangs-Gottesdienst, den wir im September gefeiert haben. In unserem ganzen Kirchenraum sind wir unterwegs gewesen mit der Jesus-Geschichte vom Hirten mit den vielen Schafen – über grüne Wiesen, zum frischen Wasser, auf langem Weg, durchs dunkle Tal auch, bis zum Abend, an dem wir mit dem Hirten zusammen einen Pferch gebaut haben und gezählt haben, ob auch alle da sind. Und ach, ein Schaf-Kind fehlte, und musste gesucht werden…

Nun steht nach verschiedenen bereits durchgeführten Bauabschnitten in den vergangenen Jahren die Innenrenovierung des Kindergartens an. Es geht dabei um eine reine Bestandserhaltung, ganz im Wortsinn von „Sanierung“. Vor allem die veralteten Sanitärbereiche und Elektroinstallationen müssen dringend auf den Stand gebracht werden, ebenso bedarf es einer neuen Küche.

 

Die Kostenübernahme von 142.500 € hat die Stadt Stuttgart zugesagt, die Anteile der Landeskirche, der Gesamtkirchengemeinde und der Stephanusgemeinde belaufen sich auf jeweils rund 15.000 €, dazu kommen für die Stephanusgemeinde zusätzliche 3000 € für eine Neumöblierung und die neue Kindergarten-Küche. Für diesen letzt genannten Betrag aufzukommen, war der Gemeindeverein bereit. Viele Spenden sind bereits eingegangen und auch im Jahr 2010 werden die Einnahmen bei verschiedenen festlichen Anlässen dafür bestimmt sein. Wir sind herzlich dankbar für alle Unterstützung!