Ein Nachmittag beim Seniorentanz

                                                                                                 

An einem Dienstag kurz vor 15 Uhr betrete ich erwartungsvoll den Gemeindesaal. Stühle sind im Kreis aufgestellt. Frau Grasse, die Tanzleiterin, erklärt: „Zum Aufwärmen beginnen wir mit Tanzen im Sitzen“.
Nach einer Kurzgeschichte folgt die Demonstration der Bewegungsabläufe des er-sten Tanzes: „Rechter Fuß beginnt - Tipp vor - Tipp seit - Tipp rück - Hacke - jetzt linker Fuß - dann die Arme“. Ich staune, wie viel Konzentration und Koordination eine Polka im Sitzen erfordert. Scheinbar mühelos bewegen sich die Anwesenden zur Musik.
Nach einem weiteren Tanz im Sitzen werden schnell die Stühle zur Seite gestellt und wir formieren uns zum Kreis. Zuerst erläutert Frau Grasse einzelne Elemente des nächsten Tanzes und wir üben diese gemeinsam ohne Musik. Dann folgt der Ablauf des gesamten Tanzes mit Musik. „Rechts beginnen - Wechselschritt - vier Mal wiederholen - zum Kreis durchfassen - vier Schritte nach innen - wieder zurück - wiederholen“, so begleiten die Ansagen den Tanz, damit alle im Takt bleiben.
Wie im Flug vergeht die erste Stunde und es ist Zeit für eine Erfrischungspause. Gelegenheit, um bei einem Getränk mit den anderen ins Gespräch zu kommen. Manche der Teilnehmerinnen stammen aus den angrenzenden Kirchengemeinden. Für viele ist der Tanznachmittag eine willkommene Abwechslung, um Bekannte zu treffen und gemeinsam aktiv zu sein.
Nach der Pause ist Walzertakt angesagt. Bei diesem Tanz gibt es Elemente, die paarweise getanzt werden. Schwungvoll drehen wir uns zur Musik. Dann heißt es „Partnerwechsel“ und eine andere Person lächelt mich an. Plötzlich ist jemand solo, aber unsere erfahrene Tanzleiterin hat den Überblick und fügt schnell ein neues Paar zusammen.
Inzwischen ist bei mir die konzentrierte Anspannung vom Anfang längst gewichen und Freude an der rhythmischen Bewegung hat sich eingestellt.
Der letzte Tanz des Nachmittags heißt „Abschied“ und lädt nochmals ein, sich zu einer ruhigeren Melodie zu bewegen. Dabei lerne ich, dass man Kuchenstücke auch tanzen kann: „Zwei Schritte schräg nach innen im Kreis, zwei Schritte schräg zurück“, so die Ansage hierfür.
„Wie hat es Ihnen gefallen?“ und „Kommen Sie nächstes Mal wieder?“ werde ich von einigen gefragt. Man spürt, in dieser Tanzgruppe sind „Neue“ willkommen. Beschwingt trete ich den Heimweg an.

                                                                                               von Ingrid Kircher

 

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